Wie viel Sprit verbraucht der Audi Q5 mit Zweiliter-Mildhybrid-Diesel im realen Verkehr?
Die dritte Generation des Audi Q5 steht seit kurzem bei den Händlern. Das Mittelklasse-SUV gibt es mit elektrifizierten Antrieben, darunter sowohl Benzin- als auch Diesel-Mildhybride.
Für diese Ausgabe unseres wöchentlichen Verbrauchstests wählte ich den 204 PS starken Audi Q5 2.0 TDI quattro mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Dieses Fahrzeug brauchte 5,15 Liter/100 km auf unserer 360 km langen Standard-Teststrecke von Rom nach Forlì. Mit deutschen Dieselpreisen führt das zu Spritkosten von 8,70 Euro/100 km.
Der Verbrauch des neuen Audi Q5 mit Dieselmotor ist nur mittelmäßig. Denn unter den bisher getesteten Diesel-SUVs ähnlicher Größe schneidet er lediglich besser ab als der Range Rover Velar D300 (5,55 Liter/100 km) und der Range Rover Evoque D180 AWD (5,90 Liter).
Sparsamer als das Ingolstädter SUV waren dagegen der Mazda CX-60 Diesel-Mildhybrid (4,70 Liter), der BMW X3 xDrive20d (4,50 Liter) und der Mercedes GLC 220d 4Matic (4,25 Liter).
Der getestete Wagen war ein italienischer Audi Q5 TDI 150 kW quattro S tronic in der Ausstattung S line edition. Das ist die italienische Topversion, die serienmäßig mit "S line"-Exterieurdesign, 20-Zoll-Leichtmetallrädern, Matrix-LED-Scheinwerfern, Dreizonen-Klimaautomatik, Beifahrerdisplay und diversen Assistenzsystemen ausgestattet ist.
Mit Extras wie 21-Zoll-Felgen, Metallic-Lackierung, Black-Look-Paket, Panorama-Glasdach, elektrisch einstellbaren Vordersitzen, "MMI experience pro", "Interior plus"-Paket und "Tech pro"-Paket steigt der italienische Listenpreis auf knapp 90.000 Euro. In Deutschland gibt es die gefahrene Motorisierung ab 57.100 Euro, mit S-Line-Exterieur werden daraus 60.050 Euro. Eine Ausstattung namens Edition gibt es bei uns nicht; die Edition-One-Modelle kosten etwas mehr als 70.0000 Euro.
Für diese Beträge bekommt man ein Auto mit viel Technik, ausgezeichnetem Fahrkomfort, viel Kofferraum, hochwertigem Infotainment sowie gut und schnell arbeitenden Assistenzsystemen. Weniger gut gefallen haben mir einige Interieur-Details, die sich bei der Konkurrenz angenehmer anfühlen.
In den häufigsten Verkehrssituationen habe ich mit dem neuen Diesel-Q5 Durchschnittsverbräuche verzeichnet, die für ein fast zwei Tonnen schweres Allrad-SUV im Rahmen des Normalen liegen. Auf der (italienischen) Autobahn liegt der Verbrauch etwas über dem Durchschnitt der Dieselkonkurrenz, aber auf der Landstraße sinkt er deutlich.
Mit seinem großzügigen 65-Liter-Tank kommt der Q5 mindestens 800 km weit. Auf optimalen Ladstraßen-Strecken verbrauchsbewusst gefahren, schafft der Audi sogar weit über 1.000 km.
Fahrzeug: Audi Q5 TDI quattro 150 kW S tronic S line edition
Listenpreis: 60.050 Euro mit S-Line-Exterieur (in Italien 72.950 Euro)
Testdatum: 13. März 2025
Wetter (Abfahrt/Ankunft): veränderlich - Regen, 19 Grad / Regen - veränderlich, 13 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 76 km/h
Reifen: Pirelli P Zero - 255/45 R21 102Y XL RO (EU-Label: C, B, 72 dB)
Bordcomputer-Anzeige: 5,2 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 5,1 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 5,15 Liter/100 km (19,42 km/l)
Kraftstoffpreis: 1,69 Euro/Liter (Diesel)
Spritkosten: 8,70 Euro/100 km
Unsere italienischen Kollegen bieten ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse an. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.
Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.
Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).
Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.
Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.
Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).
Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 42 Cent pro kWh (durchschnittlich gezahlter Preis für Haushaltsstrom in Deutschland im 2. Halbjahr 2023 laut Destatis). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.