Sonderausstellung in Stuttgart
Stuttgart, 27. April 2016 - Für die einen sind sie perfekte Sportwagen, für die anderen ein Irrweg der Porsche-Geschichte: die Transaxle-Modelle. 1976 führte Porsche mit dem Typ 924 die Bauweise "Motor vorn, Getriebe hinten" ein, es folgten 928, 944 und 968. Zum 40-jährigen Jubiläum zeigt das Porsche-Museum die Sonderausstellung "Die Transaxle-Ära". Von den 23 Exponaten wird die Hälfte erstmals der Öffentlichkeit im Museum gezeigt. Neben Serien- und Rennfahrzeugen werden vor allem ausgewählte Prototypen und Studien gezeigt.
Weit vom Hecktriebler-Prinzip abgerückt
Porsche rückte mit den Transaxle-Modellen weit vom Bauprinzip des Hecktrieblers 911 ab. Auch wenn die Ära 1995 zu Ende ging: Wirtschaftlich war die Abweichung ein großer Erfolg. Weltweit konnte der Hersteller fast 400.000 Kunden von der neuen Konstruktion überzeugen.
Viel Platz im 928
Vom ersten Transaxle-Modell, dem 924, zeigt das Museum mehrere Derivate. So ist erstmals der Prototyp 924 Turbo Targa aus dem Jahr 1979 zu sehen. Er ging zwar nie in Serie, aber seine Konstruktion floss in die Entwicklung des 944 Cabriolet ein. Der 1977 vorgestellte Porsche 928 sollte ursprünglich den 911 ersetzen. Er bot als Gran Turismo und Luxussportwagen deutlich mehr Fahrkomfort und viel Gepäckraum. Im Frühjahr 1987 begannen Arbeiten an einer Cabriolet-Variante. So entstand die Cabriolet-Studie 928 S4, die nicht in Serie gefertigt wurde. Der einzige Prototyp ist neben fünf weiteren 928-Typen in Stuttgart zu sehen.
Von der Erde zum Mond
Im September 1981 folgte der Typ 944, der mit seinem 163-PS-Vierzylinder zwischen 924 und 911 positioniert ist. Durch seinen vom 928 abgeleiteten Motor war der 944 von Anfang an als echter Porsche akzeptiert. Bis zum Produktionsende im Jahr 1991 wurden 163.302 Stück produziert. In der Sonderausstellung ist unter anderem die Cabriolet-Studie aus dem Jahr 1985 erstmals zu sehen. Daneben wird das Projekt "Luna" präsentiert, mit dem der österreichische Langstreckenspezialist Gerhard Plattner 1987 einen Dauertest absolvierte. Der Name des Projekts spielt darauf an, dass die gefahrene Distanz von 384.405 Kilometern der Entfernung des Mondes von der Erde entspricht.
Das Ende der Ära: 968
Das Ende der Transaxle-Ära markiert der von 1991 bis 1995 produzierte 968. Sein 240 PS starkes Dreiliter-Triebwerk galt damals mit 305 Newtonmeter als drehmomentstärkster Vierzylinder-Saugmotor der Welt. Unter Leitung des damaligen Chefdesigners Harm Laagay entstand 1992 eine Roadster-Studie des Porsche 968, die im Museum besichtigt werden kann.
Freier Eintritt am Sonntag, den 22. Mai
Die Sonderausstellung wird vom 27. April bis zum 16. Oktober 2016 gezeigt. Das Porsche-Museum hat dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet acht Euro. Am 22. Mai, dem Internationalen Museumstag, lädt das Museum bei freiem Eintritt zum "Transaxle Day" ein. Neben mehreren Führungen gibt es rund um das Museum Transaxle-Fahrzeuge von Privatbesitzern zu sehen. Beim "Transaxle-Talk" blicken Zeitzeugen auf die Entwicklung zurück.