Das Modell bietet etliche neue Features, die früher oder später auch in die Elektroautos einziehen dürften
Neben dem Ioniq 6 Facelift präsentiert Hyundai auf der Seoul Mobility Show auch die neue Generation des Nexo. Das Wasserstoff-SUV erhält eine völlig neue Optik und verbesserte Brennstoffzellen-Technik. Besonderes Augenmerk wurde zudem auf die Sicherheit gelegt.
Der Neuling basiert auf der Designstudie Initium, die im Oktober vorgestellt wurde, und zeigt erstmals das neue Hyundai-Design namens Art of Steel. Im Vergleich zum Vorgänger fällt der Nexo nun deutlich kastenartiger aus. Außerdem wird die Pixel-Optik von Ioniq 5, 6 und Inster übernommen. Die Frontleuchten bestehen aus je zwei schlitzartigen Elementen links und rechts sowie vier Pixel-Leuchten in der Mitte. Auffällig ist die Dreieckskonstruktion an der C-Säule. Ein weiteres neues Merkmal sind die horizontalen Rillenmuster an den Seiten.
Der neue Nexo wurde länger, breiter und höher. Auch der Kofferraum hat sich vergrößert. Nach SAE-Norm bietet das Auto nun bis zu 993 Litern hinter der zweiten Sitzreihe; ein Wert nach DIN wurde offenbar noch nicht ermittelt.
Das Cockpit ähnelt dem des Ioniq 6. So gibt es links und rechts Zusatzmonitore für die Bilder der Kameras, die an Stelle der Außenspiegel treten. Zudem gibt es die beiden horizontalen 12,3-Zoll-Displays direkt nebeneinander, die stark an Ioniq 5 und 6 erinnern. Die beiden Monitore sind hier jedoch leicht zum Fahrerplatz hin gekrümmt. Dazu kommt ein Head-up-Display.
Die Getriebemodi werden nun wie bei Ioniq 5/6 und Nexo mit einem silbernen Drehhebel rechts aktiviert. Die mit Knöpfen übersäte Mittelkonsole des 2023 getesteten Vorgängers, die auch noch einen Schalter für die Getriebemodi enthielt, wird durch eine schlichte Mittelkonsole ersetzt, die bei uns Assoziationen an das Cockpit von Raumschiffen weckt. Hier können zwei Smartphones induktiv geladen werden. Um das Interieur wohnlicher zu gestalten, wurden einige Stellen weich gepolstert. Vertraut wirkt die schwarze Touch-Fläche zur Einstellung der Klimaanlage, die allerdings etwas anders gestaltet ist als beim Ioniq 5.
Ein bekanntes Element sind auch die "Relax-Sitze": In der ersten Reihe kann man die Lehnen nach hinten neigen und die Beine hochlegen. Die Rückenlehnen fallen nun schlanker aus, was die Kniefreiheit hinten verbessern soll. Im Fond gibt es belüftete Sitze und Sitzlehnen, die in einem größeren Winkel verstellt werden können als bisher.
Neues Brennstoffzellensystem und überarbeiteter Antrieb
Technisch konzentrieren sich die Änderungen auf das Brennstoffzellensystem und die Leistungselektronik. Die Systemleistung steigt von 135 auf 190 kW. Der Brennstoffzellen-Stack liefert nun statt 95 bis zu 110 kW. Und auch die Pufferbatterie wurde verbessert: Sie kann nun 80 statt 40 kW Leistung beisteuern.
Der neue Elektromotor bietet bis zu 150 kW Leistung (bisher 120 kW). Nach wie vor ist die Nennleistung des Elektromotors also deutlich geringer als die Systemleistung. Das heißt, die 190 kW werden nur kurzzeitig erbracht. Doch der Sprintwert verbessert sich von 9,2 auf 7,8 Sekunden.
Der Brennstoffzellen-Stack soll nun bei sehr niedrigen Temperaturen besser arbeiten und haltbarer sein. Eine "Wake Up"-Funktion für den Stack soll auch bei Frost für einen problemlosen Start sorgen. Darüber hinaus fassen die Wasserstofftanks nun 6,69 statt 6,33 Kilogramm, also knapp sechs Prozent mehr. Auch aerodynamische Verbesserungen erhöhen die Reichweite. So soll man in nur fünf Minuten Wasserstoff für bis zu 700 km Reichweite tanken können. Die WLTP-Reichweite steht jedoch noch nicht fest. Bisher lag sie bei 666 km.
Wie das kürzlich getestete Ioniq 5 Facelift bekommt der neue Nexo die neue Software namens ccNC (Connected Car Navigation Cockpit) mit drahtlosem Apple CarPlay und Android Auto sowie KI-Funktionen für den Sprachassistenten. Außerdem unterstützt der neue Nexo Over-the-Air-Updates sowie einen Digital Key 2. Damit kann man sich mit einer NFC-Karte fürs Entriegeln und für den Fahrzeugstart authentifizieren. Alternativ kann man auch das Smartphone oder die Apple Watch benutzen.
Ähnlich wie die batterieelektrischen Modelle ist der Nexo zudem Vehicle-to-Load-fähig. Dafür gibt es innen eine Steckdose in der Mittelkonsole. Außen erfolgt der Zugriff nicht mehr per Adapter für den Ladeanschluss, sondern über einen separaten V2L-Anschluss.
Ein neues Feature ist auch die "Built-in Cam 2 Plus". Damit sind Videoaufnahmen durch die Front- und Rückkamera möglich, wobei man die Bilder auch per Sprachaufnahme kommentiert werden können. Enthalten ist auch eine Parküberwachung: Wird eine Karosseriebewegung detektiert, wird die Aufnahme gestartet. Diese Funktion bleibt bis zu vier Tage einsatzbereit. Zudem sollen Sensoren verhindern, dass man den Hund oder das Kind auf dem Rücksitz vergisst.
Bei den Assistenzsystemen ist neu, dass der Abstandstempomat (ACC) nun bis zum Stopp bremst. Wenn der Verkehr innerhalb von drei Sekunden wieder rollt, beschleunigt der Wagen automatisch wieder. Der Innenspiegel zeigt auf Wunsch das Bild einer im Spoiler montierten Kamera.
Marktstart für den neuen Nexo soll noch dieses Jahr sein. Angaben zum Preis macht Hyundai noch nicht.
Unter dem Strich
Der neue Hyundai Nexo wird sich wohl ähnlich schlecht verkaufen wie der Vorgänger. Deswegen konzentriert sich das oben eingebundene Video auch darauf, dass man gegen alle Widerstände an seinen Überzeugungen festhalten soll: Das kann man so verstehen, dass Hyundai stolz auf sich ist, die Brennstoffzellentechnik weiter zu entwickeln, obwohl sich der größte Teil der Autoindustrie für batterieelektrische Autos entschieden hat.
Interessant wird der neue Nexo aber durch die neue Marken-Optik und die technischen Elemente, die früher oder später auch in die Elektroautos einziehen dürften. Dazu gehören der neue V2L-Anschluss, der Digital Key 2 und der bis zum Stopp bremsende Abstandstempomat.