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Neuer BMW 7er (2022) kriegt ein eigenes Kino in den Fond

Wir haben den 31-Zoll-Screen mit Kinosaal-Sound schon ausprobiert.

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Kennen Sie das? Sie sehen irgendetwas Neues und denken sich: "Wieso ist da eigentlich nicht schon viel früher jemand drauf gekommen?" Jap, Sie kriegen Kleinwagen, die auf Kurzbefehl jeden Song der Welt spielen oder Luxuslimousinen, die per Geste die Tür schließen. Aber selbst wenn Sie 300.000 Euro oder mehr für ihren fahrbaren Untersatz ausgeben, glotzen Sie in der Regel Filme auf einem 10-Zoll-Tablet im Rücken Ihres Vordermanns. 

Autokino mal anders

BMW hatte da offenbar keine Lust mehr drauf und zeigt nun auf der CES in Las Vegas, wie man dem guten alten Rear Seat Entertainment ein wenig mehr WOW-Effekt einhaucht. In erster Linie haucht man in Form eines monumentalen 31-Zoll-Bildschirms, der mittig zwischen den beiden Fond-Passagieren aus der Decke fährt. 

Das gute Stück hat ein Ultra-Wide-Display im 32:9-Format, eine Auflösung von bis zu 8k, Smart-TV-Funktionen und die dazu passende 5G-Konnektivität. Für Kino-taugliche Akustik soll ein Bowers & Wilkins-4D-Surround-Soundsystem mit 1.500 Watt und insgesamt 30 Speakern sorgen. 

Für die Versorgung mit Inhalten haben die Münchner Amazon Fire TV ausgewählt. Es handelt sich um die erste Fahrzeugintegration von Fire TV, die Inhalte in 4K unterstützt. Filme und Serien streamen, Musik hören oder heruntergeladene Programme ansehen - all das soll künftig auch während der Fahrt möglich sein. 

Zudem sind viele weitere Apps Bestandteil des Angebots. Dieses soll ständig erweitert werden. Die Integration weiterer Streaming-Portale wie etwa Disney Plus sei zu einem späteren Zeitpunkt vorstellbar. Zudem gibt es einen HDMI-Anschluss - die Lieblingskonsole kann also auch auf dem Big Screen gezockt werden, während man auf der Rückbank seines neuen BMW rumlümmelt.

Die private Kinoleinwand ist per Berührung bedienbar. Damit das reibungslos funktioniert, kann das Display in Längsrichtung verschoben werden. Auch in der Neigung ist es verstellbar. Die entsprechenden Touch-Felder, die auch zur Auswahl des Bildschirmformats und der Lautstärke dienen, sind sowohl am rechten als auch am linken Rand des Displays angeordnet, sodass sie von allen Fond-Passagieren komfortabel bedient werden können.

Wer keine Lust auf Touch-Bedienung hat, findet je links und rechts im "Türgriff" zwei Smartphone-artige Fernsteuerungen. Das Öffnen und Schließen der Türen funktioniert künftig mit einem kleinen schwarzen Taster in den Türtafeln.

Das hat schon viel von Kino - vor allem der Sound macht's 

Noch vor der CES hatten wir die Möglichkeit, den neuen Theater Screen (so der offizielle Name) in einem seeehr abgelegenen Raum des Münchner Forschungs- und Entwicklungszentrums FIZ selbst auszuprobieren. Das außen wie innen stark verkleidete Auto, das als Vorführer diente, war - wenig überraschend - schnell als der kommende 7er identifiziert. Laut BMW wird das Kino to go aber auch in anderen "Luxusklasse-Modellen" des Unternehmens zu finden sein. Wir denken da spontan an das Facelift des X7 oder den XM

Die kurze Präsentation des neuen Systems schließlich hinterließ durchaus bleibenden Eindruck. Der riesige Screen ist schon recht nah an einem dran, aber das Bild wirkt gestochen scharf. Am beeindruckendsten ist aber ganz sicher das Klangerlebnis.

Und Erlebnis trifft es hier wirklich ganz gut. Denn ein Teil der Lautsprecher befindet sich in der Rückbank. Das relativ starke 360-Grad-Soundgefühl in Kombination mit einem sehr ordentlichen "akustischen" Durchkneten des eigenen Rückens erzeugt tatsächlich ein Gefühl, das erstaunlich stark an einen großen Kinosaal erinnert. Kleiner Tipp fürs Produkt-Marketing: bis zur Serienreife dringend noch an einer vernünftigen Popcorn-Flat arbeiten. 

Allerhand Ablenkung

Natürlich stellen sich bei so viel Bildschirm und Klanggewalt auf vergleichsweise kleinem Raum einige Fragen bezüglich der Ablenkung diverser Verkehrsteilnehmer. Und dabei geht es ja nicht nur um den armen Piloten des 7ers, der gerade den dritten Hörsturz bekommt, während hinter ihm seit zwei Stunden volle Lotte Gewehrsalven, Drachen oder Boygroups schreien. 

Hier empfehlen die Verantwortlichen von BMW übrigens dringend die Nutzung von Kopfhörern. Man könne zur Not aber die Anlage auch so einstellen, dass möglichst viel des Klangs nach hinten geleitet wird. 

Um zu verhindern, dass der Hintermann in Ihr Heck kracht, weil er gerade entzückt durch ihre Heckscheibe Champions League schaut, gibt es ebenfalls eine sehr simple Lösung. Fährt der 31-Zoll-Bildschirm nach unten, fahren seitlich und an der Heckscheibe dunkle Rollos nach oben. 

Wohl noch dieses Jahr im 7er

Die Verantwortlichen vor Ort bestätigten, dass der Theater Screen sehr seriennah ist. Wir gehen stark davon aus, dass er noch 2022 im kommenden 7er Premiere feiern wird. Über den Preis ist noch nichts bekannt.

Der dürfte allerdings recht schwindelerregend ausfallen. Für die meisten Kunden in der Luxusklasse offenbar kein Problem, die Bestell-Rate beim Rear Seat Entertainment sei sehr hoch, sagte man uns auf Nachfrage. Und zwar nicht nicht nur in den USA und Asien sondern auch hierzulande. Im Fond einer Luxuslimousine werde zwar auch gearbeitet, aber hauptsächlich entspannt. Das dürfte bald noch ein bisschen besser funktionieren. 

 

 

 

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