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Mercedes C-Klasse (2000-2007): Die zweite Generation wird 25

Das Vier-Augen-Gesicht übernahm sie von der E-Klasse, das Rostproblem leider auch

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Die erste Dekade des neuen Jahrtausends ist voller prägender Technikinnovationen. Musik vom MP3-Player, frühe Smartphones, Kommunikation in jungen sozialen Netzen, zocken auf Spielekonsolen: Damit wachsen die Millennials auf - die Generation, die damals ihre Jugend erlebt.

Zum Auftakt des Jahrzehnts feiert die Mercedes C-Klasse der Baureihe 203 Premiere - vor 25 Jahren am 21. März 2000 in Sindelfingen. Wie schnell die Zeit vergeht: Inzwischen ist die Baureihe 203 ist ein Youngtimer.

Mercedes C-Klasse (Baureihe 203, 2000-2007)

Mit der neuen C-Klasse-Generation zündet Mercedes ein Technikfeuerwerk. Viele Ausstattungsmerkmale stammen aus der S-Klasse. Etwa das Bedien- und Anzeigesystem COMAND, lange vor den heutigen Touchscreens im Cockpit ordnet es eine große Vielfalt digitaler Funktionen. Die LINGUATRONIC setzt Sprachbefehle um. Motorenseitig bietet die C-Klasse ein großes Angebot. Bei den Benzinmotoren sorgt der Kompressor für Effizienz und Leistung, CDI steht für sparsame Dieselmotoren.

Ein echtes Erfolgsmodell

Die Baureihe 203 setzt sich vor 25 Jahren als dynamisches Modell der Mittelklasse schnell am Markt durch. Nach dem 190 (W 201) und der ersten C-Klasse (Baureihe 202) ist sie stilistisch wie technisch tiefgreifend neu konstruiert. Bereits im September 2006 sind zwei Millionen Fahrzeuge verkauft. Nie zuvor erreicht die Marke diesen Meilenstein in kürzerer Zeit mit einer Baureihe.

Die Konstruktionsarbeiten an der C-Klasse W203 beginnen bereits Mitte 1994 kurz nach der Premiere des Vorgängers, das endgültige Design wird im Dezember 1995 vom Vorstand genehmigt. Die Erprobung beginnt 1997. Die zweite Generation der C-Klasse kommt schließlich im September 2000 in den Handel.

Bewusst greift Mercedes bei der Gestaltung prägende Elemente der 1998 vorgestellten S-Klasse der Baureihe 220 auf. Das zeigt sich besonders beim Heck mit markanten Rückleuchten in Dreiecksform. Von ihren Vorgängern emanzipiert sich die Baureihe 203 mit längerem Radstand und betont knappen Überhängen, dazu kommt die stärker geneigte Windschutzscheibe.

Eine ausgefeilte Aerodynamik sichert der Limousine einen exzellenten cw-Wert von 0,26 und ein äußerst geringes Geräuschniveau im Innenraum. Hier setzt die C-Klasse Maßstäbe in ihrem Marktsegment. Die Frontpartie mit den vier Scheinwerfern orientiert sich an der damaligen E-Klasse. Von ihr erbt die Baureihe leider auch einen exzessiven Hang zum Rost, der das Image der Baureihe bis heute negativ prägt.

Die Baureihe 203 umfasst neben der Limousine (W 203) zwei weitere Varianten: Ende 2000 folgt das Sportcoupé (CL 203, später unter dem Namen CLC fortgeführt) und 2001 das T-Modell (S 203). Mit den drei Ausstattungslinien CLASSIC, ELEGANCE und AVANTGARDE setzt Mercedes in der Baureihe 203 individuelle Akzente.

Als Motoren kommen Vier- und Fünfzylinder-Reihenmotoren sowie V6-Triebwerke zum Einsatz, die vom C 180 mit 95 kW (129 PS, bis 2002 gebaut) bis zu opulenten 260 kW (354 PS) im Spitzenmodell C 32 AMG mit V6-Motor und Kompressoraufladung bieten. Nach der Modellpflege 2004 rückt der C 55 AMG mit dem 270 kW (367 PS) starken V8-Motor an die Spitze der Modellpalette. Schon ab Herbst 2002 gibt es das Allradsystem 4MATIC in Kombination mit verschiedenen Motorisierungen auf Wunsch.

Für Kritik bei der Presse sorgen vor 25 Jahre sowohl die Materialqualität als auch die recht schlichte Gestaltung des Cockpits mit dem dominanten Halbrund-Tacho. Beide Punkte werden im Rahmen der bereits erwähnten umfangreichen Modellpflege im April 2004 behoben.

Produziert wird der S 203 (T-Modell) im DaimlerChrysler-Werk Bremen, während der W 203 (Limousine) bis zum 14. Dezember 2006 aus den Werken Bremen, Sindelfingen sowie als Rechts- und Linkslenkerversion im Werk East London (Südafrika) kommt. Das Sportcoupé (CL 203) wird im Werk Sindelfingen gefertigt, wobei die Fertigung ab Frühjahr 2007 ins brasilianische Werk in Juiz de Fora verlagert wird. 

Eine C-Klasse für die Formel 1

Die Ingenieure geben der Baureihe 203 große Agilität mit. Eine neue, aufwendige Dreilenker-Vorderachse und die weiterentwickelte Raumlenker-Hinterachse setzen Maßstäbe im Fahrverhalten. Dazu trägt auch die neue Zahnstangenlenkung bei, die mit ihrer Präzision das ambitionierte Fahrwerk ideal ergänzt. Bei allen Maßnahmen verliert Mercedes nie den markentypisch hervorragenden Fahr- und Abrollkomfort aus den Augen. Hochfeste Bleche, zusätzliche Versteifungen und Verstärkungen optimieren die Karosseriefestigkeit, was sich gleichfalls auf die Agilität auswirkt.

In den AMG-Modellen kommen die dynamischen Talente besonders stimmig zur Geltung. Bei zeitgenössischen Tests überzeugen verschiedene Modelle der Baureihe 203 auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings durch exzellentes Handling. Auch im Tourenwagen-Rennsport kommt die C-Klasse zum Einsatz, wenngleich eher optischer Natur.

Ihre sportlichen und praktischen Stärken zeigt diese C-Klasse sogar im Rahmen der Formel 1: Bei Grand-Prix-Rennen von 2004 bis 2007 übernimmt das Mercedes C 55 AMG T-Modell als F1 Medical Car die Funktion des Notarzt-Einsatzfahrzeugs. Die enorme Standfestigkeit der serienmäßigen Hochleistungstechnik von AMG an Fahrwerk und Antriebsstrang macht es möglich. Wie schon die Vorgänger C 55 AMG der Baureihe 202 und C 32 AMG der Baureihe 203 sorgt das Medical Car für eine schnelle medizinische Versorgung bei Unfällen auf der Rennstrecke.

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