Die North American International Auto Show NAIAS 2014 (13. bis 26. Januar) ist noch vor dem Genfer Autosalon Anfang März die erste große, internationale Automesse des Jahres 2014. Wir sind in Detroit live vor Ort und zeigen Ihnen die Neuheiten
Audi präsentiert ein 4,20 Meter langes Showcar mit Offroad-Elementen. Der Dreitürer bietet Platz für vier Personen. Klappt man die Fondlehne um, ergibt sich eine ebene Ladefläche, auf die auch große Sportgeräte passen. Angetrieben wird das Auto von einem Plug-in-Hybridsystem, das hier mit einem Allradantrieb kombiniert wird. Für die Vorderachse sind ein 2.0 TFSI sowie ein scheibenförmiger E-Motor zuständig. Die Hinterachse wird durch eine weitere E-Maschine angetrieben. Die Systemleistung liegt bei 408 PS, die elektrische Reichweite bei 50 Kilometer.
Da aus dem 3er Coupé nun ein 4er Coupé wird, heißt der Nachfolger des M3 Coupé konsequenterweise M4 Coupé. Der Motor ist der gleiche wie bei der M3 Limousine, er wird wie dort mit einer Sechsgang-Schaltung kombiniert, die als Besonderheit eine Zwischengasfunktion besitzt. Die Länge von 4,67 Meter ist bei M3 und M4 identisch, der Preis etwas höher: 72.200 Euro.
Der aktuelle 3er ist seit Anfang 2012 auf dem Markt, nun kommt die Sportversion M3. Was den Motor angeht, so kehrt BMW - nach dem Achtzylinder-Ausflug in der letzten Generation - zum Dreiliter-Sechszylinder zurück. Zwei Turbolader holen 431 PS heraus, die einen Standardsprint in 4,3 Sekunden ermöglichen. Auf den Markt kommt der M3 im Juni 2014 zu einem Preis von 71.500 Euro.
Analog zu den geänderten Modellbezeichnungen von BMW in der Mittelklasse folgt auf das 1er Coupé nun das 2er Coupé. Es ist mit 4,43 Meter gut sieben Zentimeter länger, die Optik unterscheidet sich deutlich vom 1er. Messepremiere hat das Auto in Detroit. Zum Verkaufsstart im März 2014 stehen drei Motoren bereit: Jeweils 184 PS aus einem Vierzylinder haben der 220i und der 220d unter der Haube, Topmodell ist der 326 PS starke M235i mit sechs Töpfen. Die Preise beginnen bei 29.950 Euro. Das 2er Cabrio ist erst für 2015 zu erwarten.
Die neue, mittlerweile siebte Corvette-Generation, die nun wieder den Beinamen Stingray trägt, ist gestartet. Auf dieser Basis beruht auch die neue Corvette Z06, die in Detroit erstmals zu sehen ist. Das Auto ist die erste Corvette Z06 mit aufgeladenem Motor. Der Kompressor-V8 mit Zylinderabschaltung liefert etwa 625 PS und damit deutlich mehr als die 460 PS starke Normalversion. Ebenfalls neu sind das abnehmbare Dachelement und die Schaltpaddles für die Achtgang-Automatik. Wer will, kann die Z06 noch durch ein Performance-Paket mit Brembo-Carbon-Keramik-Bremsen und Sportreifen aufwerten.
Auch eine C7.R steht auf der Messe. Wie bei der Vorgängerin C6.R handelt es sich um einen GT-Rennwagen. Er wurde gemeinsam mit der Z06 entwickelt und teilt sich die Basis mit ihr. Da das GT-Reglement den Motor der Z06 nicht zulässt, übernimmt das Auto jedoch den Antrieb des Vorgängers C6.R. Außerdem wurde das Fahrwerk überarbeitet, um Platz für die breiten Rennreifen und größere Bremsen zu haben. Zwei C7.R sollen bei den 24 Stunden von Daytona, in Le Mans und verschiedenen anderen Rennen starten.
Der Chrysler 200 ersetzte im Jahr 2011 den Sebring. In Europa wird lediglich die Cabrioversion angeboten - allerdings als Lancia Flavia. Nun startet eine neue Generation des 200. Sie erhält serienmäßig eine Neungang-Automatik. Statt eines konventionellen Automatikhebels gibt es nun einen Drehknopf ähnlich wie bei Land Rover und Jaguar. Der neue Allradantrieb ermöglicht es nun, die Hinterachse vollständig antriebslos zu lassen, wenn bei guten Straßenverhältnissen nicht alle Räder angetrieben werden müssen. Neben einem 2,4-Liter-Vierzylinder mit 187 PS wird ein 3,6-Liter-V6 mit 299 PS angeboten.
Pünktlich zum 50. Geburtstag erscheint 2014 ein neuer Ford Mustang. Erstmals kommt das Auto auch nach Europa, wenn auch erst Anfang 2015. Die hintere Starrachse des alten Modells wird daher durch eine zeitgemäßere Einzelradaufhängung ersetzt. Per Knopfdruck lassen sich diverse Fahrprogramme wählen, die das Ansprechen von Lenkung und Gaspedal sowie den ESP-Eingriff modifizieren. Unter die Haube kommen in Europa wahlweise ein 2,3-Liter-Turbobenziner mit 309 PS und - im Mustang GT - ein Fünf-Liter-Achtzylinder mit 426 PS. Die Preise stehen noch nicht fest.
Was in Deutschland der VW Golf ist, ist in den USA der F-150: das meistverkaufte Auto. Nun stellt Ford eine neue Generation des Pick-ups vor, die vor allem sparsamer ist. Durch eine Alu-Karosserie und die Verwendung hochfester Stahlsorten ist das Auto gleich 320 Kilo leichter geworden. Außerdem gibt es ein Rundumsicht-Kamerasystem. Vier verschiedene Motoren werden angeboten, neu sind ein 2,7-Liter-Turbobenziner und ein 3,5-Liter-V6. Auch moderne Sicherheitssysteme wie ein aufblasbarer Gurt im Fond, ein Spurhalteassistent und ein Totwinkelwarner werden angeboten.
Am Honda-Stand ist der neue Fit zu sehen. Dabei handelt es sich um die neue Generation des Autos, das bei uns als Jazz verkauft wird. Während diese in Japan bereits auf dem Markt ist und in den USA im Frühling 2014 startet, kommt Europa frühestens Ende 2014 in den Genuss. Der Wagen wird geringfügig kürzer und breiter und hat einen etwas längeren Radstand. Die Besonderheit des Modells - die zentrale Position des Kraftstofftanks, die die hochklappbaren Magic Seats im Fond ermöglicht - bleibt erhalten. Die US-Version wird von einem 132 PS starken 1,5-Liter-Benziner angetrieben.
Die neue Version der großen Mittelklasselimousine Hyundai Genesis soll erstmals auch nach Europa kommen. Das gab Hyundai-Chef Mong-Koo Chung im November 2013 bekannt, als er das Fahrzeug in einem Hotel in Seoul enthüllte. In Detroit steht die 4,99 Meter lange Limousine erstmals auf einer Messe. Sie bietet erstaunlich viel moderne Technik, vom Head-up-Display bis zum Notbremssystem. In Korea wird der neue Genesis nur mit V6- und V8-Benzinern angeboten. Ob für Europa ein Diesel hinzukommt, wurde noch nicht mitgeteilt.
Bei Infiniti, der Premiumabteilung von Nissan, gibt es den Q50 Eau Rouge zu sehen. Dabei handelt es sich um die Designstudie einer Q50-Hochleistungsversion. Der neue Q50 ersetzte im Herbst 2013 den Infiniti G. Im Vergleich zur normalen Mittelklasselimousine ist die Eau-Rouge-Variante flacher sowie breiter und besitzt diverse Carbon-Anbauteile. 21-Zoll-Alufelgen und ein Doppelrohrauspuff kommen hinzu.
Ab Frühjahr 2014 bietet Kia in den USA auch eine heckgetriebene Oberklasselimousine an, den K900. Ein Coupé mit Hinterradantrieb könnte hinzukommen, jedenfalls zeigt die koreanische Marke in Detroit eine Studie eines kompakten 2+2-Sitzers. Das Auto ist 4,31 Meter lang und nur 1,25 Meter hoch. Unter der Haube soll ein 2,0-Liter-Turbobenziner arbeiten, der mit seinen 315 PS über ein Sechsgang-Schaltgetriebe die Hinterräder antreibt.
Im März 2014 startet die neue C-Klasse, in Detroit ist sie erstmals live zu sehen. Zu den Highlights gehören das um bis zu 100 Kilo geringere Gewicht, die verbesserte Aerodynamik und neue Motoren. So wird es einen kleinen 1,6-Liter-Diesel geben sowie einen Dieselhybrid. Dafür fallen die V6-Diesel weg. Außerdem gibt es eine große Zahl neuer Assistenzsysteme - das Gebotene geht über das Klassenübliche deutlich hinaus. Die C-Klasse wächst auch stark: Die Länge erhöht sich um knapp zehn Zentimeter auf nun 4,69 Meter. Der Preis der Basisversion C 180 steigt nur um ein paar hundert Euro auf 33.558 Euro.
Im März 2014 bringt Mercedes mit dem GLA sein fünftes SUV-Modell auf den Markt. Mit 4,42 Meter Länge konkurriert es mit dem BMW X1 und dem Audi Q3. In Detroit stellen die Stuttgarter die AMG-Version vor. Unter der Haube arbeitet der vom A 45 AMG sowie CLA 45 AMG her bekannte Zweiliter-Turbobenziner mit 360 PS aus vier Zylindern. In 4,8 Sekunden bringt er den GLA von null auf 100 km/h, bei Tempo 250 wird abgeregelt. Ab März 2014 kann das Auto bestellt werden, der Preis steht noch nicht fest.
Außerdem ist eine spezielle Version der S-Klasse mit langem Radstand am Mercedes-Stand zu sehen: der S 600. Wie der Vorgänger hat auch der neue S 600 wieder einen Zwölfzylinder unter der Haube. Er wurde jedoch über 20 Prozent sparsamer. Die Leistung stieg dagegen nur von 517 auf 530 PS. Leistungsmäßig liegt das Auto damit weit hinter dem S 65 AMG, der genau 100 PS mehr mobilisiert. Der S 600 startet im März 2014, der Preis wurde noch nicht mitgeteilt.
Die John-Cooper-Works-Modelle sind die sportliche Speerspitze jeder Mini-Baureihe. Da im Frühjahr 2014 die neue Generation der Mini Limousine startet, muss bald auch die neue Sportversion fertig werden. So präsentiert Mini das John Cooper Works Concept in Detroit. Zu den Besonderheiten der Studie gehören große Lufteinlässe. Auch an den Stellen, an denen normalerweise die Nebelscheinwerfer sitzen, sind Löcher in die Karosserie geschnitten. Welcher Motor in dem Auto arbeiten wird, teilt Mini noch nicht mit. Es dürfte sich um eine auf mindestens 220 PS verstärkte Version des Zwei-Liter-Benziners aus dem 192 PS starken, neuen Mini Cooper S handeln.
Nissan präsentiert in Detroit die Studie einer Sportlimousine. Zusammen mit der SUV-Studie Resonance und dem Coupé Friend-ME zeigt der Wagen, wie man sich Nissans Designzukunft vorzustellen hat. Allen drei Studien gemeinsam sind das V-förmige Element, das sich vom Grill über die gepfeilte Motorhaube zieht, und die bumerangförmigen Scheinwerfer. Seitlich fallen die kaschierten Säulen auf, was zu einer optisch durchgängigen Fensterfläche führt.
Porsche bringt den neuen Targa mit nach Detroit. Anders als die letzten Versionen, die nur ein großes Glasschiebedach besaßen, hat die neue Variante wieder einen richtigen Targa-Bügel. Die Motoren sind die gleichen wie beim Coupé und beim Cabrio. Wie beim Targa der abgelösten Baureihe 997 wird das Auto ausschließlich mit Allradantrieb angeboten. So beginnen die Preise bei 109.338 Euro für den 350 PS starken Targa 4, was kaum mehr ist, als das entsprechende Cabrio kostet.
Toyota arbeitet weiter an einem sportlicheren Image - das war schließlich die offizielle Vorgabe des Chefs Akio Toyoda. In Detroit steht daher eine Sportwagenstudie im Rampenlicht, der FT-1. Optisch ist das knallrote Auto durch sehr expressive Formen und einen ausfahrbaren Heckflügel gekennzeichnet. Zum Antrieb lässt Toyota noch nichts verlauten.
Die Schweden zeigen die Studie eines Coupés mit hoher Bodenfreiheit, das ein klein wenig an das Audi-Exponat in Detroit erinnert. Die Volvo-Studie soll vor allem demonstrieren, welche Sicherheitstechnik die neue skalierbare Produktarchitektur (SPA) bieten kann. Auf der SPA-Basis sollen künftig alle mittleren und großen Fahrzeuge der Marke basieren, darunter auch der neue XC90, der noch 2014 vorgestellt wird.
Die Exponate von VW auf der Messe enttäuschen etwas. Neben den US-Premieren des e-Golf und des neuen Golf R ist nur eine Spezialversion des Beetle zu sehen. Zu den Besonderheiten gehören die höher gelegte Karosserie, große Räder im 19-Zoll-Format und diverse Offroad-Optikelemente. VW selbst vergleicht das Auto mit den Cross-Varianten anderer VW-Modelle. Angetrieben wird die Studie von einem 210 PS starken Turbobenziner.