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Es ist eine Marke, die wie Coca-Cola oder VW überall auf dem Globus präsent ist: Ford. Der Konzern aus Dearborn hat die Automobilgeschichte entscheidend geprägt. Man denke nur an die Fließbandfertigung oder den berühmten Mustang. Wir blicken zurück auf 110 spannende Jahre!
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Musternd blickt Henry Ford gut drei Jahrzehnte später auf sein Erstlingswerk von 1896, den Quadricycle. Er verkauft den minimalistischen Wagen in Eigenregie, die Marke Ford entsteht erst später. Nur vier Stück kann Henry an den Mann bringen.
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Ob es die zeitgenössisch gekleideten Herrschaften vor 110 Jahren wirklich bequem hatten? Mit dem Model A startet Henry Ford den zweiten Anlauf zum eigenen Unternehmen. Aus dem ersten Versuch entsteht nach seinem Weggang die Marke Cadillac.
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Dem Inschenör ist nichts zu schwör: Todesmutig rast Henry Ford in seinem Modell 999 über die Piste, hier links im Bild. 1904 prügelt der Meister das 18,8-Liter-Monster auf immerhin 147 km/h. Bemerkenswert ist die Steuerkurbel statt eines Lenkrads.
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Zwei Legenden unter sich: Thomas Alva Edison, unter anderem der Erfinder der Glühbirne, am Ford T-Modell. Mit diesem Auto machte Ford die amerikanische Gesellschaft mobil. Die simple Technik des T konnte fast jeder Dorfschmied reparieren.
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Die rationelle Fertigung am Fließband ermöglicht es Ford, das T-Modell immer preiswerter zu produzieren. Legendär ist der Ausspruch, man könne das Auto in jeder Farbe haben, solange es Schwarz ist. Zu Anfang und Ende der fast 20-jährigen Bauzeit gab es den T auch in bunt, doch Schwarz trocknete am schnellsten.
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1927 rollt der 15-millionste Ford T vom Band, ein Weltrekord, den erst 1972 der VW Käfer übertreffen wird. Die monotone Fließbandarbeit macht Ford durch hohe Löhne attraktiv, so dass sich viele Arbeiter ihr Produkt auch leisten können. In den 1930er-Jahren wird übrigens Ferdinand Porsche die Ford-Werke besuchen, um sich Ideen für die Volkswagen-Fertigung zu holen.
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Die Geschichte von Ford in Deutschland beginnt im Jahr 1926: Damals werden angelieferte Einzelteile in Berlin zu T-Modellen zusammengebaut. Vier Jahre später entsteht eine "echte" Autofabrik in Köln. Gut zu erkennen ist die direkte Lage am Rhein, auf dem noch heute Autotransporte stattfinden.
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Schon vom T-Modell gab es Versionen mit Pritsche, doch die 1948 gestartete F-Serie gilt als Mutter aller Pick-ups. Bis heute liegen F-150 und Co. in den vorderen Rängen der US-Zulassungsstatistiken.
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Bei Ford in Deutschland brechen 1952 moderne Zeiten an: Ein Modell in modischer Ponton-Form löst den so genannten "Buckel-Taunus" aus Vorkriegstagen ab. Der dicke Globus über dem Kühlergrill macht das Fahrzeug im Volksmund zum "Weltkugel-Taunus".
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Während deutsche Ford-Kunden vom Taunus träumen, zündet die amerikanische Zentrale ein ganz heißes Eisen: Der Thunderbird, übersetzt "Donnervogel", soll mit 193 PS der Chevrolet Corvette Paroli bieten. Leider wird der grazile Ur-Vogel schon 1957 durch ein fetteres Modell ersetzt. Wenig Erfolg ist dem letzten Thunderbird von 2002 bis 2005 beschieden, der im Look der 1950er vorfährt.
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Angesichts des Antriebskonzepts des Ford Nucleon würden heute alle Umweltschützer vor Wut implodieren. Hinter der Passagierkabine sollte ein kleiner Atomreaktor für genug Power sorgen, die Reichweite wurde mit bis zu 8.000 Kilometer angegeben. Ob die Ford-Händler wohl Uranbrennstäbe auf Lager gehabt hätten? So waren sie, die zukunftsverrückten 1950er-Jahre.
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Eine neue Form für ein neues Jahrzehnt: 1960 überraschte die deutsche Ford-Tochter mit dem sachlichen und relativ schmucklosem Taunus 17 M. Die Kundschaft sprang begeistert in die "Badewanne", bis 1964 wurden 670.000 Stück gebaut.
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Für viele ist er DER Ford neben dem T-Modell: Auf der New Yorker Weltausstellung 1964 ist der Mustang der Knüller. In nur 18 Monaten werden eine Million Fahrzeuge gebaut.
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Anfang der 1960er-Jahre wird die deutsche Ford-Zentrale vor vollendete Tatsachen gestellt. Der spätere Taunus 12 M soll eigentlich in den USA laufen, doch das fertig entwickelte Modell bekommen die Deutschen aufgedrückt. Legendär gerät der Dauertest im französischen Miramas ein Jahr nach dem Verkaufsstart: Innerhalb von 142 Tagen werden über 356.000 Kilometer abgespult. Selbst ein schwerer Unfall kann den robusten Taunus 12 M nicht aufhalten.
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Auch bei den Nutzfahrzeugen ist Ford gut im Geschäft, in Europa ist der Transit seit Jahrzehnten der Dauerrivale des VW-Transporter. Schon die zweite Generation (ab 1965, links) punktet mit einer Vielzahl von Aufbauten.
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Henry Ford II., der Sohn des Firmengründers, ist anno 1963 mächtig angefressen: Enzo Ferrari will ihm nicht sein Unternehmen verkaufen. Henry Zwo sinnt auf Rache, um es dem "Commendatore" auf der Rennstrecke zu zeigen. Das gelingt: Zwischen 1966 und 1969 dominiert der Ford GT 40 in Le Mans, selbst der Porsche 908 (hinten) verliert knapp.
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Abgesehen von Rostproblemen sind die Ford-Modelle der 1960er-Jahre grundsolide. Das merken auch die Südafrikaner Robin Hillyar und Jock Aird: Trotz Unfall gewinnt das Duo 1969 die knüppelharte East African Safari mit einem Ford Taunus 20 M.
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Anfang der 1970er-Jahre beendet Ford Deutschland das Verwirrspiel mit Zahlen und Buchstaben. Der Nachfolger des 20 M wird ab 1972 schlicht Granada genannt. Seine wuchtige Form kommt in England besser an als hierzulande, doch heutzutage ist der dicke Dampfer auch bei uns längst Kult.
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Luxus made in USA: Im Jahr 1922 kauft Ford die marode Firma Lincoln. Seitdem tragen die Luxuswagen des Ford-Konzerns den Namen des berühmten Präsidenten. Viele seiner Nachfolger wählen einen Lincoln als Staatskarosse.
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Kein Formel-1-Saugmotor war erfolgreicher: Zwischen 1967 und 1983 fahren diverse Teams insgesamt 155 Siege mit dem Achtzylinder von Ford-Cosworth. 1973 wird Jackie Stewart auf Tyrrell-Ford Weltmeister.
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An den US-Erfolg des Mustangs knüpft in Europa ab 1969 der Ford Capri an. Im Mittelpunkt stehen die RS-Rennmodelle: Sie leisten bis zu 400 PS und liefern sich in den 1970er-Jahren so manchen Kampf mit BMW.
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Das richtige Auto zur richtigen Zeit: Als Antwort auf die Ölkrise entwickelt Ford den hauptsächlich fur Europa bestimmten Fiesta. Er kommt 1976 auf den Markt und findet schnell viele Freunde. Kaum bekannt ist die Tatsache, dass der Fiesta von 1977 bis 1980 sogar in den USA angeboten wurde.
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Der 1968 erstmals vorgestellte Ford Escort und sein Nachfolger von 1975 bieten im Normalzustand eher Durchschnittskost. Die Rallyeversion mit rund 250 PS sahnt dagegen auf der Piste ab: Björn Waldegaard (1979, Bild) und Ari Vatanen (1981) holen sich die WM-Krone.
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Des Wahnsinns fette Beute: In England baut Ford 1984 einen Transit für Werbezwecke zum reinrassigen Rennwagen um. Basierend auf einem Gruppe-C-Chassis erreicht der Supervan 2 satte 280 Sachen. Als Matchbox-Modell rollte der Mega-Transit auch durch deutsche Kinderzimmer.
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Formen aus dem Windkanal: 1982 sorgt der futuristisch gestylte Ford Sierra für Aufsehen. Zunächst gibt es ihn nur als Fließheck und Kombi, erst 1987 schiebt Ford ein Stufenheck für konservative Kunden nach. Im Tourenwagen-Sport jener Jahre werden die extrem bespoilerten Sierra RS Cosworth und RS 500 zu Siegertypen.
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Gerade einmal 200 Exemplare baut Ford vom RS 200. Mit ihm soll ab 1984 der Konkurrenz von Audi, Lancia und Peugeot das Fürchten gelehrt werden. Doch trotz gut 500 PS kann der kompakte Flitzer nie die WM-Krone erringen.
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Ob sich Ford jemals hätte vorstellen können, dass ein Fiesta zum Wahrzeichen wird? Möglich macht es 1991 der Künstler HA Schult: Sein geflügelter Kleinwagen steht heute auf dem Dach des Kölner Stadtmuseums.
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Noch heute löst das Design des 1994er-Scorpio bei vielen Autofans Grusel aus: Das glupschäugige Modell gilt als der größte Flop von Ford auf dem europäischen Markt.
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Herr der Schlangen: Die aufgemöbelten Ford Mustang des Carroll Shelby sind legendär. Ein Ford-Motor steckt auch im berühmtesten Shelby-Fahrzeug, der 425 PS starken AC Cobra 427 von 1965.
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Da kann Kylie Minogue noch so zwanghaft lächeln: Dem Ford StreetKa war kein langes Leben beschieden, er wurde nur von 2003 bis 2005 verkauft. Trotzdem rollten gut 37.000 Fahrzeuge vom Band.
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Zurück zum Weltauto ist die Zukunftstrategie von Ford. Der neue Mondeo etwa, auf den Europa noch bis 2014 warten muss, ist schon seit 2012 unter dem Namen Fusion in den USA erhältlich. Auch in China soll die Limousine ihre Fans finden (Bild).