Die meisten von uns werden die klassischen Sätze zum Geburtstag kennen: Entweder heißt es "Was, auch schon 40?" oder "Du hast dich aber gut gehalten!" So ähnlich ist es auch auf dem automobilen Sektor: Bei Modellen wie dem 8er-BMW mag man kaum glauben, dass die Premiere auch schon wieder 20 Jahre her ist. Auf der anderen Seite wird es viele überraschen, dass Peugeot bereits seit 120 Jahren Autos baut. Wir haben für Sie eine Auswahl von Auto-Jubiläen zusammengestellt, die mal mehr und mal weniger festlich im Jahr 2009 begangen werden.
Heute gehört die Marke Bentley zum VW-Konzern, doch alles begann 1919 unter Firmengründer Walter Owen Bentley, der zugleich begeisterter Rennfahrer war. Seine Autos gewannen die 24 Stunden von Le Mans in den 1920er-Jahren gleich mehrfach.
"Oh, ein Dacia!" werden viele ehemalige DDR-Bürger beim Anblick des Renault 12 ausrufen. Tatsächlich begann die Produktion der Limousine 1969 zeitgleich in Frankreich und Rumänien. In dem Karpaten-Staat lief der Renault 12 alias Dacia noch bis 2004 vom Band.
Durch sein zeitloses Design nimmt man dem 8er-BMW kaum ab, dass er eines der Highlights auf der IAA 1989 war. Kein Wunder: Für die Optik war Claus Luthe verantwortlich, der auch den NSU Ro 80 entwarf. Unter der Haube des großen BMW-Coupés arbeitete zunächst ein Zwölfzylinder mit 300 PS.
Gigantische Autos mit gigantischen Motoren: Das ist seit jeher das Motto von Bugatti gewesen. In diesem Jahr wird die vielleicht sagenumwobenste Automarke der Geschichte 100 Jahre alt. Waren es 1927 12,7 Liter Hubraum im nur siebenmal gebauten Royale, so holt der moderne 16.4 Veyron aus 16 Zylindern 1.001 PS. Der erfolgreichste Bugatti früherer Tage war der Typ 35, hier rechts im Bild.
Bei Citroën-Fans wiederholt sich stets das gleiche Ritual: Wird ein großer Citroën abgelöst, war dieser sofort das letzte wahre Modell. So erging es dem DS-Nachfolger CX und dessen 1989 vorgestelltem Nachfolger XM. Dabei konnte der XM neben der Hydropneumatik mit einem auffälligen Design punkten. Ein besonderes Gimmick war die Trennscheibe zwischen Kofferraum und Rücksitzbank.
Nach dem Ersten Weltkrieg stand der französische Industrielle André Citroën vor der Frage, wie er das im Krieg verdiente Geld investieren sollte. Die Wahl fiel auf Autos, bereits 1919 lief das erste Modell, der Typ A vom Fließband, welches Citroën in Europa einführte. Das typische Markenzeichen, die beiden Doppelwinkel, leiten sich aus der Pfeilverzahnung von Zahnrädern her, die Citroën vor dem Krieg fertigte. Abgebildet ist eine Ausgabe des Kundenmagazins von 1925.
"Facharbeiter-Porsche" wurde der vor 40 Jahren vorgestellte Ford Capri von Neidern gerufen. Doch ganz falsch war die Schmähung nicht: Mit dem Capri schuf Ford einen Sportwagen für die breite Masse, auch wenn im Basismodell nur ein asthmatischer 1300er-Motor unter der langen Haube arbeitete.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben: Das Gorbatschow-Zitat trifft manchmal auch auf Autos zu. Bestes Beispiel ist der Alfa 6 (sprich: Sei). Die Sechszylinder-Limousine sollte eigentlich schon in den frühen 1970er-Jahren debütieren, doch es dauerte bis 1979. Das sah man dem großen Alfa dann auch im Design an. In Verbindung mit hohen Verbräuchen wurde der 6 zum Flop: Bis 1986 wurden nur 12.288 Exemplare gebaut.
Ausnahmsweise wird dieser Klassiker in der Heckansicht gezeigt. Mit gutem Grund: Im Jahr 1959 erlebte die Heckflossen-Welle in den USA ihren Höhepunkt. Die Straßenkreuzer von Cadillac bekamen monströse Leitwerke verpasst, die auch einem Flugzeug gestanden hätten.
Gleich für zwei Geburtstage steht dieses Bild: 1949 startete die Produktion der ersten offenen VW bei Karmann und Hebmüller. Bis 1980 wurde das viersitzige Käfer Cabrio bei Karmann gebaut, bereits 1979 wurde mit dem Golf I Cabrio der Nachfolger gezeigt.
"Moment mal, das ist doch ein VW Polo!" werden beim Anblick des Audi 50 viele denken. Stimmt genau, doch der kleine Audi wurde erst ein Jahr nach seinem Start anno 1974 zum Polo umetikettiert. Geplant als moderner Nachfolger für den NSU Prinz 4, lebte der 50 nur bis 1978. Offenbar war damals die Zeit noch nicht reif für Nobel-Minis. Als Erbe im Geiste könnte aber der für 2010 angekündigte Audi A1 gelten.
Manchmal muss man aus der Not eine Tugend machen: 1909 schied August Horch aus der nach ihm benannten Autofirma aus. Diese verbot ihm, seinen Namen erneut einem Auto zu geben. Die Lösung hatte der Sohn eines engen Vertrauten: Aus Horch wurde die lateinische Übersetzung Audi. Die heute markentypischen vier Ringen entstanden 1932 nach Gründung der Auto-Union, zu der Audi als auch Horch gehörten.
Das waren Zeiten, als Opel-Modelle klassische Namen wie Kadett trugen. Allerdings war bei der Vorstellung des Kadett E der Name das einzig altmodische Element. Die windschnittige Form fand viele Fans, als GSI hatte der Kompakt-Opel mächtig was unter der Haube. Was vor 25 Jahren keiner ahnte: Der E-Kadett trug als letzter seiner Reihe den berühmten Namen, auf ihn folgte der Astra.
Noch heute sieht man den eckigen VW-Bus der Baureihe T3 im Straßenverkehr. Unter Liebhabern erfreut sich der praktische Wagen zunehmender Beliebtheit, denn der im Mai 1979 eingeführte T3 war der letzte VW-Bus mit Heckmotor und Boxeraggregat.
Ein Mann und sein Auto: Der erfolgreiche DDR-Rennfahrer Heinz Melkus suchte nach einem Rennwagen, den man auf eigener Achse zu den Veranstaltungen fahren könnte. Daraus entstand 1969 der Melkus RS 1000, ein Traumwagen des Sozialismus mit Flügeltüren und Wartburg-Zweitakter. Zum 40-jährigen Jubiläum haben die Nachkommen von Melkus jetzt den RS 2000 auf Lotus-Basis entwickelt.
Einer kommt durch: Das könnte das Motto für den Mercedes G sein. Seit 1979 bewährt sich der kantige Benz in schwerstem Gelände. Während der letzten drei Jahrzehnte kam der G als Papamobil, Militärfahrzeug und Rettungswagen zum Einsatz. Das Besondere: Noch heute ist der Kraxler mit Stern als Neuwagen zu haben.
"Peilstege" seien die hinteren Kotflügel des brandneuen 220ers, argumentierte Mercedes im Jahr 1959. Doch es half nichts, der große Benz wurde im Volksmund zur "Heckflosse". Dabei übersahen viele, dass erstmals eine Sicherheitskarosserie mit definierten Knautschzonen zum Einsatz kam.
Die Mercedes-Fans auf der IAA 1979 waren entsetzt: eine S-Klasse fast ohne Chrom! Doch der Lamettaverzicht war offiziell eingeplant, denn der Chef-Benz sollte mit einer sozialverträglicheren Optik punkten. Ein cW-Wert von nur 0,36 lässt die Baureihe W 126, wie sie werksintern heißt, noch heute elegant erscheinen.
Die wohl berühmteste Serviette der Welt schuf Sir Alec Issigonis (Bild) Mitte der 1950er-Jahre. Auf ihr skizzierte der Sohn griechischer Einwanderer einen Kleinwagen mit optimaler Raumausnutzung und Platz für vier Personen. Das fertige Resultat war 1959 der Mini (oder anfangs offiziell Austin Seven). Über Jahrzehnte wurde das kleine Auto zum Kult, erst 2001 endete die Produktion. Kurze Zeit darauf wurde der Mini im neuen Gewand von BMW präsentiert.
Die wahren Hüter des Begriffs "Traditionspflege" sitzen im britischen Malvern Link. Bei der vor 100 Jahren gegründeten Firma Morgan wird der Roadster 4/4 noch fast genauso hergestellt wie zu seiner Premiere 1936, nämlich mit einem Rahmen aus Eschenholz.
Die Fans alter britischer Roadster schäumten anno 1989 vor Wut: Ausgerechnet die Japaner ließen das klassische Offenfahren mit dem MX-5 wieder aufleben. Für Mazda sollte sich der flinke Flitzer als Riesenerfolg herausstellen, inzwischen ist die dritte Modellgeneration auf dem Markt.
Klar, ein Manta-Nachfolger musste bei Opel her. Doch was dann auf der IAA 1989 stand, überraschte viele. Der Calibra setzte nicht nur einen Aerodynamikbestwert, sondern faszinierte mit seinem Design. Besonders markant waren die sehr schmalen Scheinwerfer und das, obwohl Xenonlicht erst später kam.
Das erste "echte" BMW-Auto lief nicht etwa in München oder Eisenach vom Band, sondern in Berlin. Anfang Juli 1929 rollte der 3/15 PS DA 2 (DA für "deutsche Ausführung") zu den Händlern. Der Wagen war ein technisch modifizierter Dixi aus Eisenach, der in Berlin mit einer Ganzstahlkarosserie versehen wurde.
Klein und fast vergessen: Dabei hat der BMW 700 dieses Schicksal gar nicht verdient, denn er rettete BMW vor dem Ruin. Bis zu seiner Premiere 1959 klaffte in der Produktpalette der Bayern ein Loch zwischen der winzigen Isetta plus ihrem Derivat 600 und den dicken V8-Limousinen. Mit dem sachlich gestalteten 700 gelang es BMW, die Aufsteiger von Isetta und 600 bei der Marke zu halten. Auch im Sport war der 700 erfolgreich. Im Bild sieht man die verlängerte Variante 700 LS von 1962.
Klar, der älteste noch bestehende Autohersteller ist Mercedes. Aber der zweitälteste? Im Jahr 1889 ließ Armand Peugeot einen Dampfwagen bauen, kurze Zeit später wechselte man zu Benzinmotoren. 120 Jahre später setzt die Löwenmarke auf den Elektroantrieb für die Zukunft.
Nein, "VoPo" möge man den VW-Porsche 914 doch bitte nicht rufen, forderte Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein 1969. Schließlich hatte der neue Einstiegsporsche seinerzeit auch ohne Volkspolizisten genug Spott zu ertragen. Kritiker stießen sich an der betont kantigen Form und dem VW-Motor im Basismodell. Trotzdem wurde der 914 zum Verkaufserfolg.
Ohne ihn gäbe es vermutlich keine Porsche-Fahrzeuge: Ferry Porsche, der 1909 geborene Sohn des Käfer-Entwicklers Ferdinand, schuf 1948 aus VW-Teilen und einer schnittigen Karosserie das Urmodell des späteren Porsche 356, von dem fast 78.000 Exemplare gebaut wurden. Einer von Ferrys Söhnen ist F.A. Porsche, der den legendären 911 entworfen hat.
Kennen Sie Nils Bohlin? Dem schwedischen Ingenieur verdanken viele Menschen ihr Leben, denn Bohlin erfand den Dreipunkt-Sicherheitsgurt. Vor 50 Jahren waren die Volvo-Modelle 120 (besser bekannt als "Amazon") und PV544 die ersten Autos mit serienmäßigem Dreipunkt-Gurt. Die Bedienung wird auf dem Bild von einer bezaubernden jungen Dame erläutert.