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Mercedes SLK überarbeitet: Frisch auf ins neue Modelljahr

Wir sind den SLK 350 mit der neuen Direktlenkung gefahren

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Nizza (Frankreich), 7. Februar 2008 – Dach auf und los – mit dem überarbeiteten Mercedes SLK in der Sonne Südfrankreichs unterwegs zu sein, ist fernab vom winterkalten Deutschland ein Genuss. Wir sitzen im frisch gemachten Variodach-Roadster und genießen die Wärme von oben. Doch es sind weniger die Sonnenstrahlen, die unser Haupt in angenehme Temperaturen hüllen, sondern vielmehr die wohltemperierte Luft aus dem „Airscarf“ („Luftschal“), die das Fahren in der 13 Grad warmen Mittelmeerluft versüßt. Die Luftdüsen sitzen in der Kopfstütze hinter unserem Haaransatz und sind ein empfehlenswertes Zubehör.

Stärker gepfeilte Nase
Der SLK kam 1996 in erster Generation auf den Markt. Seit der Neuauflage 2004 ist er mit einer spitzen Nase zu haben, die an Formel-1-Autos und den Supersportwagen SLR erinnert. Diese Nase ist es, der die Designer beim Facelift die meiste Aufmerksamkeit geschenkt haben. Durch eine sichtbare Kante im Stoßfänger wurde das Antlitz des SLK stärker gepfeilt. Und gegen die neue Schürze mit neuen schrägen Stäben direkt unter dem Nummernschild sieht die Vorgänger-Unterlippe fast bieder aus.

Diffusor zwischen den Trapez-Enden
Des Fahrers Blick fällt in größere Spiegelgläser, deren Gehäuse ebenfalls mehr Kante bekommen haben und zudem jetzt mit LED-Blinkern versehen sind. Von hinten erkennt man die Neuerungen vor allem an der Diffusor-Optik zwischen den im AMG-Stil gehaltenen, trapezförmigen Auspuffenden. Die Heckleuchten sind nun wie beim AMG abgedunkelt.

Neue Telematik-Generation
Auch beim Interieur haben die Designer nur behutsam Hand angelegt, und zwar in erster Linie dort, wo das auch der Fahrer tut: am Lenkrad. Dort gibt es beispielsweise umgestaltete Bedientasten. Die Zifferblätter der Instrumente sind neu beringt worden. Und: Alle SLK haben nun „NTG 2.5“ an Bord. Die verwirrende Abkürzung steht für „Neue Telematik Generation“ und bedeutet, dass die Geräte umfassend überarbeitet wurden. So hat die Spitzenausführung „Comand APS“ in unserem Testwagen nicht nur eine super-schnelle Festplattennavigation, sondern kann auf der 20 Gigabyte großen Platte vier Gigabyte Musik speichern – das sind etwa 1.000 Titel. Die Sprachsteuerung Linguatronic jetzt ist ebenfalls beim Comand APS dabei. Gegen Aufpreis gibt es im Handschuhfach einen Anschluss für mobile Audiogeräte und ein Harman-Kardon-Logic7-Soundsystem.

Nach 22 Sekunden ist der SLK offen
Doch wir wollen den Klang hören, den die neuen Auspuffenden und der überarbeitete Motor erzeugen. Also drücken wir den Verdeck-Knopf in der Mittelkonsole und haben 22 Sekunden später den Blick auf den Himmel frei. Das Dach faltet sich im Heck zusammen und schrumpft dort leider nicht nur das Kofferraumvolumen von 300 auf 208 Liter, sondern nimmt auch die Möglichkeit, das darunter liegende Sperrgepäck auszuladen.

Kein Startknopf
Dieses Problem interessiert uns momentan herzlich wenig, wir wollen den Tag an der Côte d’Azur genießen. Wir müssen den Zündschlüssel drehen, um den Motor zu starten und diese Bewegung fällt angenehm auf: Es gibt keinen Startknopf. Schön. Unser SLK wird vom 3,5-Liter-V6 fortbewegt, einer von derzeit vier Möglichkeiten, den Mercedes-Roadster anzutreiben.

Vierzylinder überarbeitet
Den Einstieg stellt der 200 Kompressor dar. Dessen überarbeitetes Vierzylinder-Aggregat bekommt ein Plus von 21 PS. Durch Modifikationen leistet der 1,8-Liter-Motor nun 184 PS und soll, dank geänderter Motorsteuerung und eines geänderten Laders, nun einen ganzen Liter Sprit weniger verbrauchen. Gefeilt wurde auch am V6 des SLK 280: Zwar liefert der Dreiliter nach wie vor 231 PS, der Verbrauch soll aber um 0,4 Liter gesunken sein. Nichts verändert wurde an der Maschine des Spitzenmodells, dem SLK 55 AMG: Dessen V8 holt unverändert 360 PS aus 5,5 Liter Hubraum.

33 PS mehr beim SLK 350
Kommen wir wieder zu unserem SLK 350, dem Mercedes den Zusatz „Sportmotor“ verpasst. Der Hochdrehzahl-Otto erreicht 305 PS bei 6.500 Touren. Das sind immerhin 33 PS mehr als beim Vorgänger. Den Beschleunigungswert von 5,4 Sekunden auf Tempo 100 müssen wir uns wirklich auf der Zunge zergehen lassen – so eine Zahl erreichten vor wenigen Jahren nur reinrassige Sportwagen. Der Klappdach-Benz stürmt mit diesem Aggregat gewaltig los und entwickelt einen immensen Vortrieb. Die Sitzlehne im Rücken zu spüren, den Fahrtwind sanft, aber präsent im Haar zu haben und die warme Luft aus dem Airscarf machen die SLK zum Spaßmobil für warme Tage.

Kehliges Blubbern
Doch noch bemerkenswerter ist der Sound, den der SLK beim rasanten Beschleunigen liefert. Das Repertoire reicht vom kehligen Blubbern über ein sonores Brummen bis zum heiseren Brüllen bei Vollgas. Ein leises Hicksen beim raschen Lastwechsel gibt der SLK-Musik einen zusätzlichen Kick. Wenn man sich, wie wir, diese Geräuschkulisse in einem der zahlreichen Straßentunnel rund um Nizza reinzieht, wird das Kind im Manne geweckt und dem Spieltrieb beim Hin- und Herschalten freien Lauf gelassen.

Automatik mit Paddles
Erfreulicherweise lässt sich der Wunsch nach spontaner Veränderung der Drehzahl auch schnell erfüllen. Der SLK 350 lässt sich optional mit einer 7G-Tronic bestücken und diese wiederum mit Lenkrad-Schaltpaddles aufrüsten. Die Automatik dürfte zwar gern noch schneller hoch- und runter schalten, arbeitet aber während dieser Vorgänge so sanft, dass wir die Gangwechsel fast nur an der Stellung der Drehzahlmessernadel bemerken. Zudem gibt das Getriebe beim Runterschalten Zwischengas.

Sportfahrwerk zu straff
Der Zusatz „Sport“ ist beim Fahrwerk allerdings nur Leuten zu empfehlen, die ein Sportfahrwerk unbedingt brauchen. Bereits die Normalausführung des Unterbaus ist so straff abgestimmt, dass die Kurvenlage für Freizeit-Sportfahrer ausreichend dynamisch ist. Die extra-straffe Variante lässt, besonders bei schlechter Wegstrecke, viel an Federungs-Komfort vermissen.

Neue Direktlenkung
Ein interessantes Novum ist die neue Direktlenkung, die gegen Aufpreis in den SLK eingebaut wird. Sie unterstützt uns so: Während wir schnell geradeaus fahren, ist sie etwas indirekt und vermittelt das Gefühl, den SLK stabil im Griff zu haben. Schon ab fünf Grad Lenkeinschlag wird die Lenkung spürbar direkter, bleibt aber leichtgängig. Zudem müssen wir weniger kurbeln – eine viertel Drehung weniger von Anschlag zu Anschlag soll es sein. Dass das neue Feature vor allem beim Parken hilfreich ist, haben wir beim Rangieren für unsere Fotoshooting im Hafen von Monaco deutlich bemerkt.

Ab 36.503 Euro
Der Einstiegspreis für den SLK 200 Kompressor beträgt 36.503 Euro, unser SLK 350 Sportmotor hat einen Grundpreis von 46.975 Euro, für die 7G-Tronic wären noch einmal 2.534 Euro fällig. Der Preis lässt sich also mit V6 und ein paar Features obendrauf locker auf über 50.000 Euro bringen. Da ist der AMG schon ab Werk deutlich drüber: Er ist für mindestens 69.049 Euro zu haben.

Gesamtwertung
Fazit: Mehr Technik-Update als Facelift
Die Überarbeitung am SLK sieht man zwar nicht vordergründig, spürt sie dafür aber um so wirkungsvoller. Vor allem die neue Direktlenkung ist ein Gewinn für das Handling des Roadsters. Auch die gestärkten Motoren passen gut zum sportlichen Auftritt des SLK. Ob natürlich 305 PS in einem Spaß-Roadster nötig sind – vor allem, da es noch einen AMG mit 360 PS starkem V8 gibt – sei dahingestellt. Geblieben ist das, was der SLK schon immer war: Ein hübscher Spaß-Sportwagen für Leute auf der Suche nach einem Zweitauto.

Modell Mercedes SLK 350 7G-Tronic
Motor
Bauart V- Ottomotor
Zylinder / Ventile 6 / 4
Antrieb Heckantrieb
Getriebe Automatikgetriebe
Gänge 7
Hubraum 3.498 cm³
Leistung 224 kW bei 6.500 U/min
max. Drehmoment 360 Nm bei 4.900 U/min
Fahrwerk
Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet
Bremsen hinten Scheiben
Lenkung Zahnstange, servounterstützt
Radaufhängung vorn McPhersson- Dreilenkerachse
Radaufhängung hinten Raumlenkerachse
Räder vorn 225/45 R 17
Räder hinten 245/40 R 17
Spurweite vorn 1.526 mm
Spurweite hinten 1.549 mm
Wendekreis 10,5 m
Maße
Länge 4.103 mm
Breite 1.788 mm
Höhe 1.298 mm
Radstand 2.430 mm
Leergewicht 1.485 kg
max. Zuladung 315 kg
Kofferraumvolumen 208 bis 300 l
Tank 70 l
Kraftstoffart Superbenzin
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) 5,4 s
Verbrauch gesamt 9,2 l/100 km
Verbrauch innerorts 13,1 l/100 km
Verbrauch außerorts 7,0 l/100 km
CO2-Emission 219 g/km
Schadstoffklasse Euro 4

Stand: Februar 2008


Modell Mercedes SLK 350
Grundpreis 46.975 €
Ausstattung
ABS Serie
Beifahrerairbag Serie
Fahrerairbag Serie
ASR Serie
Automatikgetriebe 2.535 € (mit Paddles)
Navigationssystem ab 3.403 €
CD-Radio ab 892 € inkl. MP3 €
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. verst. Außenspiegel Serie
ESP Serie
Klimaanlage Serie
Klimaautomatik 643 €
Kopfairbag vorne Serie
Lederausstattung ab 1.345 €
Leichtmetallfelgen Serie
Metalliclackierung 690 €
Nebelscheinwerfer Serie
Seitenairbag vorne Serie
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie
Xenonlicht 994 €
Zentralverriegelung Serie
Airscarf 470 €
Sitzheizung 369 €
Media Interface im Handschuhfach 190 €
Direktlenkung 315 €
Sportfahrwerk inkl. Tieferlegung 262 €
Harman Kardon Surroundsystem 833 €
Harman Kardon Surroundsystem 833 €

Stand: Februar 2008


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