General Motors steckt künftig mehr Geld in E-Autos als in konventionelle Fahrzeuge
Von den 30er-Jahren bis 2007 war General Motors der größte Autohersteller der Welt. Doch in den letzten Jahren hat Tesla den (nach wie vor weit profitableren) Riesenkonzern in Sachen Börsenwert und Medienaufmerksamkeit deutlich hinter sich gelassen. Doch seit der Vorstellung der Ultium-Plattform im Frühjahr 2020 macht GM deutlich, dass man wieder aufholen will.
Nun gab Konzernchefin Mary Barra bekannt, dass GM bis 2025 weltweit 30 rein elektrische Modelle bringt. Vierzig Prozent der Fahrzeuge von GM sollen dann Elektroautos sein. "Der Klimawandel ist real, und wir wollen Teil der Lösung sein", sagte Barra.
Dazu will Barra die Elektro-Investitionen auf 27 Milliarden Dollar erhöhen - bisher waren 20 Milliarden bis 2025 geplant. Damit will GM künftig mehr Geld in die Entwicklung von Elektroautos stecken als in die konventioneller Fahrzeuge. Im Vergleich zu VW aber ist die Investitionssumme gering - die Wolfsburger wollen bis 2025 gleich 73 Milliarden Euro in die Elektrifizierung stecken.
Außerdem gab GM bekannt, dass sich die maximale Reichweite von Ultium-Fahrzeugen von 400 auf 450 Meilen erhöht, also von 640 auf rund 720 Kilometer. Die sehr flexible Plattform ermöglicht Fahrzeuge vom Massenauto bis zum Sportwagen, von der Limousine bis zum Truck.
Mitte des Jahrzehnts sollen Ultium-Akkus einer zweiten Generation verfügbar sein. Dabei werden günstigere Kathoden, weniger aktives Material, neuartige Elektrolyte und erstmals Lithium-Metall-Anoden eingesetzt. Durch die neue Zellchemie soll sich die Energiedichte verdoppeln, während sich die Kosten halbieren. Schon mit der heutigen Ultium-Technik sollen die Batteriekosten fast 40 Prozent niedriger sein als beim Chevrolet Bolt, so GM. Produziert werden die Zltium-Zellen durch ein Joint Venture mit dem Akkuhersteller LG Chem.
Die bis 2025 starenden 30 neuen Elektroautos sollen sich auf alle wichtigen Marken verteilen - Cadillac, GMC, Chevrolet und Buick. Zu den ersten Autos wird der GMC Hummer EV gehören, der im Herbst 2021 startet. Der Cadillac Lyriq soll im ersten Quartal 2022 folgen - neun Monate früher als bisher geplant. Außerdem soll es zwei elektrische Buicks geben und GMC will einen elektrischen Pick-up einführen sowie einen kompakten Elektro-Crossover.